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KinoLabyrinth
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Fetish Mania 17 im Club Underground

Text von user zyklades zur FM17 http://zyklades.blogspot.com




Kriminaltango in der Taverne:


Dunkle Gestalten, rote Laterne.


Abend für Abend lodert die Lunte,


sprühende Spannung liegt in der Luft.





Es gibt manchmal Melodien, die gehen einem nie aus dem
Kopf, eine Art ideé fixe die sich im Verstand festsetzt, denkt Egon, als er ein
paar Takte des legendären Kriminaltangos summt.Es ist ein ganz normaler
Samstagabend in der Stadt, die Unruhe und Hektik des Tages hat schon
nachgelassen, eine Trägheit hat sich ausgebreitet, wie ein hauchfeines Tuch,
die Neonröhren der Strassenbeleuchtung tauchen die kleine Seitengasse in ein
kaltweisses Licht.Auf dem Gehsteig ist ein kleiner Menschenauflauf vor einer
weißen Metalltüre, die offenbar in einen dunklen Keller hinabführt. Bemerkenswert
ist die Kleidung, auffallend viel Leder, kurze Lackkleider, dort ein großer
Mann in der weißen Ausgangsuniform eines Offiziers, daneben ein hübsches
Mädchen mit einem auffallenden roter Haarschopf, wie eine lebendig gewordene
Mangafigur oder das weibliche Pendant zu Bill, dem Leadsänger von Tokio Hotel..
Die vielen Ledermäntel wirken wie aus dem Film Matrix, Neo the blue or the red
pill….Egon fühlt sich ein bisschen unbehaglich, fehl am Platz, er wird
aufmerksam gemustert, ist er doch der einzige, der mit normaler
Strassenkleidung erschienen ist.Seine Neugier am Fetischkult wurde durch eine
ehemalige Freundin geweckt, die in der Szene eine Art Kultfigur war. Zuerst
wollte sie ja eigentlich die alte Militärausgangsuniform von Egon umarbeiten,
sprich zerschneiden, verzieren. Als Kompromiss wurde sein Outfit dann doch in
einem kleinen Geschäft in der Burggasse gekauft, die Anprobe war wie eine Art
Modeschau für die dort anwesenden Kunden, ein kleines Erlebnis für sich,
ungeeignet für schüchterne oder nicht ein bisschen exhibitionistisch veranlagte
Menschen.Wie ein Korken, der auf der Menge treibt, wird Egon von der Schlange
unerbittlich Richtung Türe weitergeschoben, eine eventuelle Flucht wäre jetzt
unmöglich. Hektisch durchwühlt er seine Manteltaschen, mit einem Gefühl der
Erleichterung findet er die kleine schwarze Karte. »Eintrittskarte Fetishmania
für Paare« ist in schlichter Schrift darauf gedruckt.Vor Nervosität hat er
seine Begleitung fast aus den Augen verloren, eine bezaubernde Frau mit einem
in jeder Hinsicht atemberaubend engen Korsett, kurzem Lackrock, High-Heels, ein

Netzkleid, lange Haare und
ausdrucksvolle Augen. Der Hals wird durch ein Lederhalsband mit Metallring
verziert.Dinge sind am schwierigsten, wenn sie begonnen werden, nach kleinen
Anlaufschwierigkeiten in der engen Garderobe ist es geschafft, die lange
schwarze Hose und das Lackgilet ist angelegt, die Entdeckungsreise kann
beginnen.Auf der Tanzfläche ist schon viel los, halbnackte Leiber zucken zu den
dröhnenden Rythmen, die Bässe sind als Vibration spürbar, erregen, an Gespräche
ist gar nicht zu denken.Der Name Kinolabyrinth ist gut gewählt, nomen est omen,
schmale Gänge, kleine Zimmer, alles schummrig beleuchtet, der Geruch von Parfum
und Schweiß liegt in der Luft, vermischt sich zu einem erotisierenden
Aphrodisiakum.In einem Zimmer steht ein hölzernes Andreaskreuz. Ein fast
nacktes junges Mädchen ist mit Lederfesseln daran fixiert, sie steht mit dem
Gesicht zur Wand. Ein Mann mit strengem Gesichtsausdruck balanciert eine
Peitsche in der Hand, macht ein paar Probeschläge in der Luft. Das Geräusch
lässt die Sklavin zusammenzucken, aber nicht vor Angst, sondern wie ein
wohliger Schauder.Liebevoll flüstert er in ihr Ohr, streichelt sie sanft,
stimmt sie für die Session ein. Die Rosshaarpeitsche wirbelt kreisförmig durch
die Luft, landet auf dem Körper. Die Schlagkraft ist gering, aber die vielen
Härchen erzeugen einen feinen, stechenden Schmerz.Die beiden versinken ganz in
ihre Welt, liebevolles Streicheln, die Peitsche saust durch die Luft, die Haut
rötet sich langsam. Das Tempo steigert sich, die Peitsche wird gewechselt, die
Schläge werden fester, auf der Haut bilden sich schon rote Striemen. Die
Zuseher sind fasziniert, Paare beginnen sich zu küssen, die ganze Szene strahlt
eine gewisse Faszination aus, man merkt die Verbundenheit und Zärtlichkeit des
Paares, jeder Schlag wird als Lust und nicht mehr als Schmerz empfunden.Ihr
Höhepunkt ist erreicht, mit fast spastischen Zuckungen bekommt sie einen
Orgasmus, so intensiv und stark, er ist eine Droge, auf die viele süchtig
werden. Wie ein kleines Bächlein fließt die Nässe an ihren Oberschenkeln
hinunter, am Boden hat sich schon eine kleine Lache gebildet, ein See der Lust.Die
Session ist beendet, die Lederfesseln werden gelöst, liebevoll umarmen sich
beide. Er ist stolz auf seine Sklavin, das war ihr erster Auftritt in der
Öffentlichkeit, und sie hat den Schmerz wortlos ertragen.Egon ist bei dieser
Darbietung etwas warm geworden, jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine
kleine Erfrischung an der Bar. Die Dame mit dem roten Bill-Haarschopf flirtet
gerade mit einem Herren in weißer Latexunterwäsche. Auf den ersten Blick hat
sie wie die klassischen Huber-Feinripp ausgesehen, aber der Anblick wir durch
die Latexausführung auch nicht besser.Die Musik dröhnt aus den Lautsprechern,
gefühlsmäßig lauter als am Anfang. Aber Reden will hier sowieso niemand, Paare
sind intensiv miteinander beschäftigt, ein Mann mit Kettenhemd lässt seinen
Schwanz von einer Krankenschwester im Latexoutfit verarzten, der Offizier mit
der weißen Ausgangsuniform versenkt gerade seine Finger in die schon sehr nasse
Grotte einer Dame mit Leopardenoutfit. Ein fast nackter Muskelmann lehnt an
einer Säule und wir von seiner Partnerin umworben, sie hält seinen Schwanz fest
in ihrer Hand, er stöhnt vor Geilheit, er spielt mit ihren Brustwarzen, zuerst
sanft, dann immer fester. Er dreht sie um und fickt sie mit harten Stößen, bis
beide mit einem gemeinsamen Schrei kommen, ein Duett der Lust.Die Stimmung ist
am Siedpunkt, in den Gängen stehen Menschen, miteinander beschäftigt, selten
jugendfrei. Die Paare haben sich im Gedränge verloren, neue Gruppierungen
bilden sich, Orgasmusschreie heizen die Stimmung auf.In der Bar wird
abgerechnet, der Inhalt der noch vorhandenen Getränkeflaschen mit dem
Holzmaßstab abgemessen, oder - wenn nur mehr wenig Inhalt vorhanden ist-
einfach vom Barkeeper ausgetrunken.Zeit aufzubrechen, die Reihen haben sich
schon stark gelichtet, bald wird es wieder hell.Die Luft ausserhalb des Lokals
ist ungewohnt, so klar und rein. Geschafft. Die elektrische Fackel neben der
Einganstüre wirft ein zuckendes Licht auf den Asphalt, die Nacht ist bald
vorbei, der Moment wo der Tag noch nicht da, und die Nacht noch nicht weg ist.Egon
geht Hand in Hand mit seiner Begleiterin, leise summte er sein Lied:




Wier hören Ihn wieder bei der nächsten FM





Kriminaltango in der Taverne:


Dunkle Gestalten, rote Laterne.


Abend für Abend lodert die Lunte,


denn dieser Tango - geht nie vorbei